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DIHK: Rohstoff-Preisboom birgt Risiken

Posted on 24 Dezember 2010

Die steigenden Rohstoffpreise machen Sekundärrohstoffe zu einer immer gesuchteren Ware. Dies geht aus Erhebungen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) hervor. In der Recyclingbörse des DIHK wurden in diesem Jahr dreimal so viele Posten inseriert wie im vergangenen Jahr. Das Angebot umfasst die gesamte Palette der Sekundärrohstoffe von Metall über Gummi bis hin zu Pappe oder Leder und erweitert sich ständig.

61.000 Unternehmen haben sich in diesem Jahr für Angebote der Börse interessiert. Besonders gefragt waren Kunststoffe (8.778 Reaktionen), Verpackungen (3.771), Chemikalien (3.669), Metall (3.625) und Holz (2.690).

Und die Entwicklung dürfte sich fortsetzen: “Wir gehen davon aus, dass das Recycling-Thema noch weiter an Fahrt gewinnen wird”, sagt DIHK-Umweltexperte Armin Rockholz, “denn der Bedarf ist riesig, und Rohstoffe werden immer kostbarer.” Eine aktuelle DIHK-Unternehmensbefragung zum Thema Rohstoffklemme hatte zeigt, dass die Wirtschaft hinter dem Recycling steht – es aber auf eine freiwillige Grundlage gestellt sehen will.

Eine Verschärfung der gesetzlichen Quoten, wie sie das Bundesumweltministerium im Entwurf des Kreislaufwirtschaftsgesetzes verfolgt, lehnen die Betriebe dagegen ab. Sie befürchten neuen bürokratischen Aufwand und zusätzliche Kosten, wenn die Wertstofferlöse unterhalb der Aufarbeitungskosten liegen.

Die haussierenden Preise machen die Rohstoffversorgung für die Unternehmen allerdings auch immer mehr zum Nadelöhr.  Nach einer weiteren Umfrage des DIHK leiden neun von zehn Industrieunternehmen demnach unter den steigenden Rohstoffpreisen. Mehr als jedes zweite Industrieunternehmen befürchtet sogar, die erforderlichen Rohstoffe überhaupt nicht mehr zu erhalten.

“Die Rohstoffrechnung fällt für die deutsche Wirtschaft im Jahr 2010 allein schon aufgrund der Preissprünge um rund 30 Milliarden Euro höher aus als im Vorjahr”, erklärt DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann. Für das kommende Jahr rechne er mit einem weiteren kräftigen Anstieg der Rohstoffausgaben, “da nicht nur die Preise weiter steigen, sondern auch die Nachfragemenge wegen der weiteren konjunkturellen Verbesserung eher noch zunehmen dürfte”.

Die Rohstoffversorgung entwickelt sich damit zu einem immer größeren wirtschaftlichen Risiko – obwohl die deutsche Industrie im internationalen Vergleich besonders ressourceneffizient produziert.

“Erschwerend kommt für die deutschen Unternehmen hinzu, dass immer mehr Rohstoffanbieter Verträge für kürzere Zeiträume abschließen – zulasten der Planungssicherheit der Unternehmen” beklagt der DIHK-Präsident. Über die Hälfte der Industrieunternehmen berichten bereits über zunehmende Probleme bei der Vertragssicherheit.

Sie finden die Ergebnisse des Unternehmensbarometers “Rohstoffklemme zeichnet sich ab”, das auf rund 1.100 Unternehmensantworten beruht, auf der DIHK-Webseite zum Download.

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